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Kerzen verstehen: Wachs, Docht, Duft und Handarbeit

Eine Kerze ist mehr als Wachs und Docht – Materialien, Herstellung und worauf es wirklich ankommt

Auf den ersten Blick ist eine Kerze ein ziemlich einfaches Produkt. Wachs, ein Docht, vielleicht ein Duft und ein Glas. Ganz so einfach ist es aber nicht. Wenn im Internet über Kerzen gesprochen wird, landet man heute sehr schnell bei einer einzigen Frage: Paraffin oder Naturwachs? Die einen empfehlen Sojawachs, andere Kokoswachs, und wieder andere behaupten, eine hochwertige Kerze müsse grundsätzlich aus einem bestimmten Material bestehen. Wir sehen das bei LUKARYS etwas anders.
Die Qualität einer Kerze entscheidet sich nicht an einem modernen Begriff auf dem Etikett. Entscheidend ist das gesamte Produkt – die Qualität und die Eigenschaften des Wachses, der Docht, der Durchmesser der Kerze oder des Glases, die Menge und Zusammensetzung des Duftes, die Verarbeitung und am Ende natürlich auch die Bedingungen, unter denen die Kerze tatsächlich brennt.
Deshalb möchten wir nicht nur fertige Kerzen zeigen. Wir möchten auch erklären, woraus sie entstehen, warum wir unterschiedliche Materialien verwenden und warum zwei Kerzen, die auf den ersten Blick fast gleich aussehen, beim Brennen ganz unterschiedlich reagieren können. Und wir möchten unsere Entscheidungen nicht davon abhängig machen, welches Material gerade auf Social Media besonders beliebt ist.

Technische Eigenschaften ändern sich schließlich nicht mit einem Trend.

 

Paraffin oder Naturwachs? Für uns ist das kein Wettbewerb

Fangen wir ganz vorne an. Paraffin und pflanzliche Wachse haben einen unterschiedlichen Ursprung und auch unterschiedliche Eigenschaften. Paraffin, das für die Kerzenherstellung verwendet wird, besteht überwiegend aus gesättigten Kohlenwasserstoffen. Es wird im Rahmen der Verarbeitung und Raffination von Erdöl gewonnen und anschließend weiter gereinigt und aufbereitet. Dabei beschreibt der Begriff „Paraffin“ keineswegs nur ein einziges Material. Es gibt Paraffine mit unterschiedlichen Schmelzpunkten, unterschiedlicher Härte, verschiedenem Ölgehalt und unterschiedlichem Raffinationsgrad. Für einen Kerzenhersteller sind genau diese Unterschiede wichtig. Man kann es ein wenig mit Holz vergleichen. Eiche, Fichte und Nussbaum sind alles Holzarten. Trotzdem haben sie völlig unterschiedliche Eigenschaften und niemand würde behaupten, sie seien für jedes Produkt gleich gut geeignet. Bei Wachsen ist es ähnlich.

 

Warum uns interessiert, welches Paraffin wir verwenden

Für unsere Kerzen für den Innenbereich verwenden wir vollraffiniertes Paraffin mit einem Ölgehalt von maximal 0,5 %. Für einen Kunden klingt der Ölgehalt vielleicht nach einem technischen Detail, das mit einer Kerze kaum etwas zu tun hat. Für den Hersteller ist er jedoch einer der Parameter des Materials. Der Ölgehalt beeinflusst unter anderem die Härte und weitere physikalische Eigenschaften des Paraffins. Bei einer freistehenden Kerze aus einer Form brauchen wir ein Material, das ausreichend fest und formstabil ist und mit dem sich ein reproduzierbares Brennverhalten erreichen lässt.
Hier hilft ein ganz praktisches Beispiel.

 

Eine Grabkerze muss nicht minderwertig sein – sie wurde nur für einen anderen Zweck entwickelt

Nehmen wir zwei Kerzen. Die eine soll draußen auf einem Friedhof brennen, oft geschützt in einem Behälter. Die andere steht mehrere Stunden auf einem Tisch im Wohnzimmer. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass für beide Kerzen exakt dasselbe Material und dieselbe Konstruktion optimal sein müssen. Eine Kerze für den Außenbereich kann aus einem weicheren Material hergestellt sein und für ganz andere Bedingungen entwickelt worden sein. Das macht sie nicht automatisch zu einem schlechten Produkt. Wenn sie für ihren vorgesehenen Zweck zuverlässig funktioniert, kann sie vollkommen in Ordnung sein. Problematisch wird es erst, wenn man davon ausgeht, dass ein Material, das für eine Anwendung gut geeignet ist, automatisch auch für jede andere Anwendung optimal sein muss. Bei einer Kerze für Innenräume achten wir besonders auf das Verhalten der Flamme, ein gleichmäßiges Brennen und möglichst geringe sichtbare Rauch- und Rußbildung.
Und auch hier reicht die Aussage „Paraffin raucht.“ nicht aus. So einfach funktioniert eine Kerze nicht.

 

Warum raucht eine Kerze überhaupt?

Bei einer Kerze verbrennt nicht einfach ein fester Block Wachs. Die Wärme der Flamme schmilzt das Wachs in der Umgebung des Dochtes. Das flüssige Wachs wird durch Kapillarwirkung im Docht nach oben transportiert, dort weiter erhitzt und verdampft. Erst diese Wachsdämpfe verbrennen in der Flamme. Der Docht ist also ein wichtiger Teil des Brennstoffsystems einer Kerze. Transportiert ein Docht mehr Brennstoff zur Flamme, als unter den gegebenen Bedingungen sauber verbrannt werden kann, kann die Rußbildung zunehmen. Das Verhalten der Flamme kann aber auch durch einen zu langen Docht, seine Konstruktion und Größe, Luftbewegung im Raum, die Geometrie der Kerze, das verwendete Glas, die Zusammensetzung des Wachses, Duftstoffe und weitere Faktoren beeinflusst werden. Deshalb kann man das Brennverhalten einer Kerze nicht ausschließlich anhand des verwendeten Wachses beurteilen. Auch eine Kerze aus Pflanzenwachs kann bei einer ungeeigneten Konstruktion rußen. Und eine richtig abgestimmte Paraffinkerze kann sehr sauber und stabil brennen. Genau deshalb betrachten wir eine Kerze als gesamtes System und nicht nur als ein Stück Wachs mit einem Etikett.

 

Was bedeutet eigentlich „Naturwachs“?

Hier wird das Thema besonders interessant. Wenn auf einer Kerze Sojawachs, Kokoswachs, Olivenwachs oder Sheawachs steht, entsteht leicht der Eindruck, dass dieses Material praktisch direkt aus der Pflanze kommt und anschließend nur noch in ein Glas gegossen wird. So funktioniert es natürlich nicht. Pflanzen liefern zunächst vor allem Öle und Fette. Diese besitzen in ihrem ursprünglichen Zustand häufig nicht die Eigenschaften, die für eine stabile Kerze benötigt werden. Die Ausgangsstoffe müssen deshalb technologisch verarbeitet und aufbereitet werden. Das ist nichts Negatives. Im Gegenteil. Ein professioneller Kerzenhersteller braucht ein Material mit möglichst definierten und reproduzierbaren Eigenschaften.

 

Sojawachs beginnt nicht als fester Wachsblock

Aus Sojabohnen wird zunächst Sojaöl gewonnen. Dieses Öl ist bei normalen Raumtemperaturen flüssig. Damit daraus ein fester Rohstoff für Kerzen entstehen kann, muss das Öl entsprechend verarbeitet werden. Eine der Technologien, die dabei eingesetzt werden können, ist die Hydrierung. Dadurch verändern sich die physikalischen Eigenschaften des Fettes, unter anderem sein Schmelz- und Erstarrungsverhalten. Am Ende entsteht ein Material, das für die Herstellung von Kerzen verwendet werden kann. Das zeigt sehr gut einen wichtigen Unterschied: „pflanzlicher Ursprung“ bedeutet nicht automatisch „unverarbeitet“. Ein Sojawachs kann aus einer pflanzlichen Rohstoffquelle stammen und gleichzeitig ein technisch verarbeitetes Produkt sein, das speziell für die Kerzenherstellung entwickelt wurde. Und genau das erwarten wir von einem professionellen Kerzenwachs.

 

Kokoswachs

Ähnlich ist es bei Kokoswachsen. Kokos liefert Fett, das gereinigt, raffiniert und technologisch so verändert werden kann, dass daraus ein für Kerzen geeignetes Material entsteht. Kokosbasierte Wachse sind besonders für Kerzen im Glas interessant, weil sie häufig relativ weich sind und sich gut mit anderen Wachsen kombinieren lassen. Aber auch hier reicht die Bezeichnung „Coconut Wax“ allein nicht aus.

Für uns als Hersteller ist entscheidend, wie sich das konkrete Material verhält.

-  Wie lässt es sich gießen?
-  Wie erstarrt es?
-  Wie reagiert es auf Temperatur?
-  Wie funktioniert es mit einem bestimmten Docht?
-  Und was passiert, wenn wir einen Duft hinzufügen?

 

Olivenwachs

Beim Begriff Olivenwachs wird der Unterschied zwischen Rohstoff und fertigem Kerzenwachs ebenfalls sehr deutlich. Oliven verbinden die meisten Menschen mit Olivenöl. Aus einer Olive kommt natürlich keine feste Kerze. Auch hier wird ein pflanzlicher Ausgangsstoff so verarbeitet, dass das fertige Material die Eigenschaften bekommt, die für die Kerzenherstellung benötigt werden. Für uns ist Olivenwachs gerade deshalb interessant, weil es anders ist. Wir möchten daraus weder eine „bessere Sojakerze“ noch einen „Ersatz für Paraffin“ machen. Es ist ein eigenes Material mit eigenen Eigenschaften. Und genau diese Unterschiede möchten wir in unserer PURE-Kollektion sichtbar machen.

 

Sheawachs

Sheabutter wird aus den Früchten des Sheabaums gewonnen. Auch bei Kerzenwachsen auf dieser Basis arbeitet man mit entsprechend verarbeiteten Rohstoffen und Formulierungen, die für die gewünschten Eigenschaften einer Kerze entwickelt wurden. Für uns gilt auch hier: Wir wählen einen Rohstoff nicht nur deshalb aus, weil sein Name interessant oder exotisch klingt.

Uns interessiert, wie er sich tatsächlich verhält.

-  Wie schmilzt er?
-  Wie erstarrt er?
-  Welche Oberfläche bildet er?
-  Wie arbeitet er mit dem Docht zusammen?
-  Wie sieht die Kerze nach mehreren Brennzyklen aus?
-  Und vor allem: Können wir das Ergebnis zuverlässig wiederholen?

 

Warum wir professionelle Wachse von einem bewährten europäischen Lieferanten verwenden

Gerade bei Naturwachsen ist für uns die Herkunft des Rohstoffes allein nicht genug. Ein pflanzlicher Ursprung garantiert noch keine stabile oder für Kerzen geeignete Qualität. Deshalb arbeiten wir mit professionellen Kerzenwachsen eines langjährig bewährten europäischen Lieferanten, dessen Materialien speziell für die Kerzenherstellung entwickelt werden. Wir kaufen nicht einfach irgendein Produkt, auf dessen Verpackung „100 % Natural Wax“ oder „Soy Wax“ steht. Wir benötigen definierte technische Eigenschaften und ein Material, mit dem wir auch bei der nächsten Produktionscharge wieder arbeiten können. Bei einer handwerklichen Produktion ist das besonders wichtig. Wenn wir eine Kombination aus Wachs, Docht und gegebenenfalls Duft entwickelt haben, die gut funktioniert, möchten wir das Ergebnis später möglichst zuverlässig wiederholen können.

Die Stabilität und gleichbleibende Qualität eines Rohstoffes ist deshalb für uns wichtiger als ein besonders attraktiv klingender Produktname.

 

Ein natürlicher Rohstoff ist nicht automatisch ein problemloser Rohstoff

Darüber wird unserer Meinung nach relativ wenig gesprochen.

-  Pflanzliche Wachse haben viele interessante Eigenschaften.
-  Sie können aber technologisch auch anspruchsvoller sein.
-  Sie können anders kristallisieren.
-  Ihre Oberfläche kann sich verändern.
-  Sie können auf Temperaturunterschiede reagieren.
-  Sie können beim Abkühlen stärker oder anders schrumpfen.
-  Auch die Haftung am Glas kann sich von einem anderen Wachs unterscheiden.
-  Und nach wiederholtem Erwärmen und Abkühlen kann sich die Oberfläche einer Kerze sichtbar verändern.
-  Ein bekanntes Beispiel bei einigen Sojawachsen ist das sogenannte Frosting.
-  Dabei können sich hellere, kristalline Strukturen auf der Oberfläche oder an den Seiten der Kerze bilden.
-  Für einen Kunden, der eine vollkommen glatte industrielle Oberfläche erwartet, kann das zunächst wie ein Fehler aussehen.
-  Es kann aber schlicht eine typische Eigenschaft des jeweiligen Wachses sein.
-  Und genau hier beginnt die Arbeit eines Herstellers.

Wir müssen unterscheiden können, was eine normale Eigenschaft des Materials ist, was wir über den Herstellungsprozess beeinflussen können und was tatsächlich ein Qualitätsproblem darstellt.

 

Naturwachs bedeutet nicht, dass Stabilität und Lagerung unwichtig werden

Gerade bei Rohstoffen auf Basis pflanzlicher Öle und Fette spielen Qualität, Raffination, Stabilität und richtige Lagerung eine wichtige Rolle. Fette können unter ungeeigneten Bedingungen oxidativen Veränderungen unterliegen. Auch Verunreinigungen oder ungeeignete Lagerbedingungen können die Eigenschaften eines Materials beeinflussen. Unter bestimmten ungünstigen Bedingungen können bei biologisch basierten Materialien auch mikrobiologische Probleme auftreten. Das bedeutet nicht, dass Sojawachs oder ein anderes Pflanzenwachs normalerweise „schimmelt“. Es bedeutet, dass auch ein natürlicher Rohstoff professionell hergestellt, stabilisiert, dokumentiert und richtig gelagert werden muss. Genau deshalb verlassen wir uns bei Pflanzenwachsen nicht auf die Aufschrift „natural“, sondern auf Materialien von Herstellern und Lieferanten, die ihre Produkte technisch im Griff haben.

Für uns ist also nicht nur wichtig: Woraus stammt das Wachs?
Sondern ebenso: Wer hat es hergestellt, wie wurde es verarbeitet und ist es wirklich für die professionelle Herstellung von Kerzen vorgesehen?
Der Ursprung des Rohstoffes ist der Anfang. Nicht das Ende.

 

Warum Lagerung für uns zur Qualität gehört

Die Arbeit an einer Kerze endet nicht mit dem Gießen. Rohstoffe und fertige Produkte müssen auch richtig gelagert werden. Hohe Temperaturen, direkte Sonneneinstrahlung und starke Temperaturschwankungen können Wachse, Farben, Duftkompositionen und das Aussehen fertiger Kerzen beeinflussen. Eine Kerze kann sehr gut hergestellt worden sein und anschließend durch ungeeignete Lagerbedingungen unnötig leiden. Deshalb betrachten wir auch die Lagerung als Teil des gesamten Produktionsprozesses. Es interessiert uns nicht nur, was in dem Moment passiert, in dem das Wachs in die Form oder in das Glas gegossen wird. Uns interessiert der gesamte Weg bis zum Kunden.

 

Ein Glas verändert die Möglichkeiten

Eine freistehende Kerze muss ihre Form selbst halten. Eine Kerze im Glas muss das nicht. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Das Glas ermöglicht es uns, mit weicheren Wachsen und Wachsmischungen zu arbeiten, die für eine freistehende Formkerze möglicherweise nicht geeignet wären. Genau deshalb sind Kerzen im Glas für LUKARYS ein besonders interessantes Feld. Wir können unterschiedliche Wachse ausprobieren, verschiedene Dochte einsetzen und bei Duftkerzen mit verschiedenen Duftkompositionen arbeiten. Und wir können zwei sehr unterschiedliche Richtungen entwickeln.

 

LUKARYS PURE – wenn das Wachs selbst im Mittelpunkt steht

Die Idee hinter LUKARYS PURE ist eigentlich sehr einfach. Was passiert, wenn wir auf eine zusätzliche Beduftung verzichten? Dann bekommt das eigentliche Material mehr Raum. Der verwendete Wachs, der Docht und das Brennverhalten stehen stärker im Vordergrund. Deshalb arbeiten wir bei PURE mit verschiedenen Wachsvarianten, zum Beispiel auf Basis von Soja, Kokos, Olive oder Shea. Wir möchten daraus keinen Wettbewerb machen. Wir möchten die Unterschiede zeigen. Ein Kunde muss eine Kerze nicht kaufen, weil ihm irgendwo im Internet jemand erklärt hat, welches Wachs gerade das „beste“ sein soll. Er kann sich für das Material entscheiden, das ihn selbst interessiert.

 

Baumwolldocht oder Holzdocht

Ähnlich sehen wir das bei den Dochten. Ein Baumwolldocht ist ein bewährtes System mit gut vorhersehbaren Eigenschaften. Ein Holzdocht bringt zusätzlich einen anderen optischen und akustischen Charakter mit. Bei einem richtig abgestimmten System kann ein Holzdocht leise knistern und ein wenig an ein kleines Kaminfeuer erinnern. Deshalb möchten wir Holzdochte in der gesamten PURE-Kollektion und bei ausgewählten Duftkerzen einsetzen.
Aber auch hier gilt nicht: Holzdocht = luxuriöser = automatisch besser. So einfach ist es nicht. Ein Holzdocht muss zum konkreten Wachs, zum Durchmesser des Glases und bei einer Duftkerze auch zur verwendeten Duftkomposition passen. Ändert sich ein Bestandteil des Systems, kann auch ein anderer Docht notwendig werden. Deshalb testen wir neue Kombinationen, bevor wir sie dauerhaft in unser Sortiment aufnehmen.

 

Eine Duftkerze ist noch einmal eine eigene Gleichung

Mit einer Duftkomposition verändert sich das gesamte System erneut. Man kann nicht einfach eine gut brennende Kerze nehmen, möglichst viel Duft hinzufügen und erwarten, dass anschließend alles genauso funktioniert. Die Duftkomposition wird Teil der Mischung, die der Docht zum Brennpunkt transportieren muss.

Deshalb reicht es uns nicht, an einer kalten Kerze zu riechen. Uns interessiert vor allem, was nach dem Anzünden passiert.

-  Wie groß ist die Flamme?

-  Wie entwickelt sich der flüssige Wachspool?

-  Wie arbeitet der Docht?

-  Wie verteilt sich der Duft im Raum?

-  Und bleibt das System auch bei weiteren Brennzyklen stabil?

Mehr Duft bedeutet nicht automatisch eine bessere oder intensivere Kerze. Das Ziel ist nicht, möglichst viel Parfüm in das Wachs zu bekommen. Das Ziel ist eine Kombination, die als Ganzes funktioniert.

 

Handgegossen ist für uns mehr als ein Wort auf dem Etikett

Die Kerzen von LUKARYS werden von Hand gegossen. Für uns bedeutet das aber nicht, einfach das Wort „handmade“ auf eine Produktseite zu schreiben.

Zur handwerklichen Herstellung gehören viele einzelne Schritte.

-  Die Vorbereitung der Rohstoffe.
-  Die Vorbereitung von Formen oder Gläsern.
-  Das Positionieren und Fixieren der Dochte.
-  Die Vorbereitung und Erwärmung des Wachses.
-  Die Arbeit mit den richtigen Temperaturen.
-  Bei Duftkerzen die genaue Dosierung der Duftkomposition.
-  Das Gießen.
-  Das Abkühlen.
-  Die Nachbearbeitung.
-  Und schließlich die Kontrolle des fertigen Produkts.

Handarbeit gibt uns die Möglichkeit, mit kleineren Serien und unterschiedlichen Materialien zu arbeiten. Sie verlangt aber gleichzeitig Disziplin. Denn eine Kerze, die wir heute herstellen, soll bei der nächsten Produktion wieder möglichst dieselben Eigenschaften haben.

 

Warum wir mehrere Wachstypen verwenden

Weil wir Kerzen herstellen und keine Marketingbegriffe. Für ein Produkt kann ein hochwertiges vollraffiniertes Paraffin die richtige Wahl sein. Für ein anderes ein Sojawachs. Für ein weiteres vielleicht ein Kokos-, Oliven- oder Sheawachs. Und manchmal kann auch eine sinnvoll entwickelte Wachsmischung das beste Ergebnis liefern.

Die entscheidende Frage lautet für uns deshalb nicht: „Welches Wachs klingt am besten?“

Sondern: „Welches Material hat die Eigenschaften, die wir für diese konkrete Kerze brauchen?“

Nach diesem Prinzip möchten wir die Kerzen von LUKARYS entwickeln.

 

Glauben Sie uns nicht nur, weil es auf der Website von LUKARYS steht

Vielleicht ist das am Ende sogar der wichtigste Punkt. Auch dieser Artikel soll kein Grund sein, uns etwas einfach ungeprüft zu glauben. Viele Informationen über Kerzenmaterialien lassen sich überprüfen. Es gibt technische Spezifikationen der Rohstoffhersteller, Sicherheits- und Produktdokumentationen, Normen, Fachliteratur und wissenschaftliche Veröffentlichungen. Manche Fragen sind relativ einfach. Andere sind wesentlich komplizierter. Und gerade bei Kerzen hängt vieles von der konkreten Konstruktion des fertigen Produktes ab.

Deshalb möchten wir das Thema nicht auf einfache Aussagen reduzieren wie: „natürlich = gut“ oder „Paraffin = schlecht“.

Und auch die Tatsache, dass ein bestimmtes Material von einem bekannten Influencer empfohlen wird oder gerade besonders populär ist, ist für uns kein technisches Argument. Popularität und technische Eigenschaften sind zwei verschiedene Dinge. Eine gute Kerze muss auch ohne die Geschichte rund um ihr Marketing funktionieren. Sie braucht geeignete Rohstoffe, einen richtig abgestimmten Docht, eine funktionierende Gesamtkonstruktion und sie muss für die Bedingungen geeignet sein, unter denen der Kunde sie tatsächlich verwendet.

 

So verstehen wir Kerzen bei LUKARYS

Wir möchten nicht behaupten, den einen perfekten Wachs gefunden zu haben. Eigentlich ist es genau umgekehrt. Je länger man mit Kerzen arbeitet, desto deutlicher sieht man, wie viele kleine Faktoren das Ergebnis beeinflussen. Deshalb möchten wir bei LUKARYS Handarbeit, Erfahrung, hochwertige Rohstoffe und die Bereitschaft verbinden, unterschiedliche Materialien wirklich auszuprobieren. Neben ausgewählten klassischen handgegossenen Kerzen möchten wir uns vor allem auf Kerzen im Glas konzentrieren – auf Duftkerzen ebenso wie auf die unbeduftete PURE-Kollektion. Und bei einigen davon kommt noch ein kleines Detail dazu: ein Holzdocht mit seinem leisen Knistern, der dem Licht der Kerze auch einen Klang gibt. Nicht, weil er gerade modern ist. Sondern weil wir ihn mögen, wenn er in einer Kerze richtig funktioniert. Material, Feuer, Duft und Zeit.

Eigentlich einfache Dinge. Und gerade bei einfachen Dingen fallen die Details besonders auf.

LUKARYS

 
 
 
 
Material, Handwerk und Zeit – willkommen bei LUKARYS

Material, Handwerk und Zeit – willkommen bei LUKARYS

Wir sind Vater und Sohn. LUKARYS ist aus unserer gemeinsamen Arbeit, aus dem Handwerk und aus unserer Freude an guten Materialien entstanden. Holz muss für uns nicht vollkommen gleichmäßig sein. Ganz im Gegenteil. Die Maserung eines alten Nussbaums, die Struktur einer Eiche, eine natürliche Kante oder kleine Unterschiede zwischen zwei Werkstücken gehören einfach dazu. In unserer Werkstatt können deshalb zwei Dinge entstehen, die auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben: ein großer Tisch aus massivem Nussbaum mit Harz und eine schlichte Kerze im Glas. Für uns passt das trotzdem zusammen. Holz, Wachs, Duft und Feuer sind sehr unterschiedliche Materialien und Elemente. Aber alle können die Atmosphäre eines Raumes verändern.

 

Bei LUKARYS beginnt vieles mit Holz

Holz ist und bleibt ein wichtiger Teil von LUKARYS. Wir arbeiten vor allem mit massivem Eichen-, Ulmen- und Nussbaumholz sowie mit weiteren Holzarten, bei denen wir den natürlichen Charakter erhalten möchten. Ein Ast, eine ungewöhnliche Maserung oder unterschiedliche Farbtöne sind nicht automatisch Fehler, die versteckt werden müssen. Oft ist genau das der Grund, warum uns ein Stück Holz gefällt. Manche unserer Produkte sind relativ schlicht. Andere brauchen viele Arbeitsstunden und verbinden Massivholz mit Harz, moderner Technik und Handarbeit. Wir möchten deshalb nicht nur das fertige Produkt zeigen. Uns interessiert auch der Weg dorthin: das Holz am Anfang, die Bearbeitung in der Werkstatt und schließlich das fertige Stück.

 

Vater und Sohn, zwei Generationen in einer Werkstatt

Hinter LUKARYS stehen keine anonyme Marke und keine Marketingagentur. Wir sind Vater und Sohn. Natürlich sehen wir nicht immer alles gleich. Wir haben unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Ideen und auch unterschiedliche Aufgaben. Das gehört dazu. Was uns verbindet, ist die Arbeit selbst und die Frage, wie sich klassisches Handwerk mit den Möglichkeiten moderner Technik sinnvoll verbinden lässt. Wo Handarbeit sinnvoll ist, arbeiten wir mit den Händen. Wo moderne Technik Möglichkeiten eröffnet, die wir früher nicht hatten, nutzen wir sie. Mit industrieller Produktion wollen wir nicht darum konkurrieren, wer möglichst viele identische Stücke herstellen kann. Uns interessiert eher das einzelne Produkt und das Material, aus dem es entsteht.

 

Unsere Arbeit verändert sich mit dem Jahr

Auch unsere Werkstatt hat ihren eigenen Rhythmus. In den wärmeren Monaten beschäftigen wir uns stärker mit Holz. Dann entstehen Tische, Uhren, Kerzenhalter, Dekorationen und andere Stücke aus Massivholz. Wenn die Tage kürzer werden, bekommen Kerzen automatisch mehr Raum. Kerzen sind für uns aber kein beliebiger Artikel, den wir irgendwann zusätzlich ins Sortiment aufgenommen haben. Mit ihrer Herstellung beschäftigen wir uns schon lange. Und eigentlich gehen wir dabei ähnlich vor wie beim Holz: Material auswählen, seine Eigenschaften kennenlernen, ausprobieren, testen – und erst dann entscheiden, ob das Ergebnis gut genug für unser Sortiment ist.

 

Bei einer Kerze ist vieles nicht sichtbar

Eine Kerze sieht zunächst ziemlich einfach aus. Wachs, Docht, eventuell ein Duft und ein Glas. In der Praxis hängt das Ergebnis aber von vielen kleinen Dingen ab. Von der Art und Qualität des Wachses, vom passenden Docht, vom Durchmesser des Glases, von der Duftmenge, von der Verarbeitungstemperatur und auch davon, wie viel Zeit die fertige Kerze vor dem ersten Anzünden bekommt. Deshalb wählen wir unsere Rohstoffe nicht nur nach dem Preis aus. Für unsere Kerzen verwenden wir unterschiedliche hochwertige Wachse und Wachsmischungen. Dazu gehören unter anderem Varianten auf Basis von Soja, Kokos, Olive und Shea. Wir beziehen unsere Rohstoffe von bewährten europäischen Herstellern und Lieferanten. Gerade bei natürlichen Wachsen gibt es Unterschiede. Sie können sich bei Stabilität, Oberfläche, Schmelzverhalten und Verarbeitung deutlich anders verhalten. Auch Lagerung und Verarbeitung spielen eine Rolle. Für uns reicht deshalb die Bezeichnung auf einem Karton nicht aus. Entscheidend ist, wie sich ein bestimmtes Wachs in der fertigen Kerze tatsächlich verhält.

 

Auch der Docht ist nicht nur ein Docht

Beim Docht ist es ähnlich. Wir arbeiten sowohl mit Baumwolldochten als auch mit Holzdochten und beziehen unsere Dochte von spezialisierten Lieferanten in Deutschland. Der richtige Docht muss zur jeweiligen Kombination aus Wachs und Glas passen. Er beeinflusst die Flamme, den flüssigen Wachspool, den Verbrauch des Wachses und damit das gesamte Brennverhalten. Deshalb testen wir die Kombinationen, bevor daraus ein fertiges Produkt wird. Holzdocht und Baumwolldocht sind für uns übrigens nicht einfach zwei optische Varianten. Beide geben einer Kerze einen etwas anderen Charakter.

 

Ein schöner Duft im kalten Wachs reicht uns nicht

Bei Duftkerzen kommt noch ein weiterer Punkt hinzu. Eine Kerze kann wunderbar riechen, wenn man am kalten Wachs schnuppert. Ob der Duft wirklich funktioniert, zeigt sich aber erst beim Brennen. Deshalb beurteilen wir einen Duft nicht nur kalt. Uns interessiert, wie er sich im Raum entwickelt, wie intensiv er wahrgenommen wird und vor allem, ob er auch nach längerer Brenndauer noch angenehm ist. Unsere Duftkompositionen beziehen wir von spezialisierten Lieferanten in Deutschland. Bei der Verarbeitung berücksichtigen wir selbstverständlich die dazugehörige Dokumentation und die jeweiligen Einsatzgrenzen. Und wenn eine Duftkerze gegossen ist, ist sie für uns noch nicht fertig. Wachs und Duft bekommen Zeit, sich zu stabilisieren. Erst danach beurteilen wir das Ergebnis beim Brennen. Manches lässt sich eben nicht sinnvoll beschleunigen.

 

Vom großen Unikat bis zur Kerze im Glas

Unsere Produkte können preislich sehr weit auseinanderliegen. Ein außergewöhnlicher Tisch aus massivem Nussbaum und Harz kann viele Arbeitsstunden benötigen und ein Einzelstück sein, das seinen Besitzer viele Jahre begleitet. Eine Kerze im Glas ist dagegen eine kleine Sache. Und genau das gefällt uns daran. Man muss keinen großen Tisch kaufen, um sich etwas aus der Welt von LUKARYS nach Hause zu holen. Vielleicht ist es eine Uhr. Ein Kerzenhalter aus Massivholz. Ein kleines Stück für den Tisch. Oder einfach eine Kerze, die man am Abend anzündet. Der Preis ist ein anderer. Die Größe ist eine andere. Auch der Aufwand ist natürlich nicht vergleichbar.

Der Anspruch an das Material und an unsere eigene Arbeit soll trotzdem derselbe bleiben.

 

Wir müssen nicht alles für jeden herstellen

LUKARYS ist keine große Fabrik. Und das möchten wir auch nicht werden. Wir brauchen keinen Katalog mit hunderten Produkten, nur damit das Sortiment möglichst groß aussieht. Wir möchten lieber nach und nach Dinge herstellen, die für uns zusammenpassen. Mal steht ein außergewöhnliches Stück Holz im Mittelpunkt. Mal eine besondere Oberfläche. Mal ein Duft oder einfach das Licht einer Kerze. So unterschiedlich diese Dinge sind, am Ende gehören sie für uns in denselben Raum.

Holz, Wachs, Duft und Feuer.

Willkommen bei LUKARYS.

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